PETfit Hundefutter im Check: Vorteile, Nachteile und für wen es geeignet ist

blank

PETfit kennt längst nicht jeder Hundehalter – und das hat einen einfachen Grund: Die Marke steht nicht im Supermarktregal, sondern wird im Direktvertrieb über Berater verkauft. Genau deshalb ist die Informationslage rund um PETfit eigenartig einseitig. Auf Bewertungsportalen sammeln sich begeisterte Erfahrungsberichte, andere Berater-Seiten reihen Lob an Lob, und wer wirklich wissen will, für welchen Hund PETfit nicht passt, findet dazu kaum etwas. Dieser Artikel ordnet das PETfit Hundefutter ehrlich ein: was die Marke gut macht, wo die Grenzen liegen und welches Menü zu welchem Hundetyp wirklich passt.

Ein Hinweis vorab, der zur Einordnung gehört: Ich arbeite mit PETfit zusammen und verdiene an Empfehlungen mit. Gerade deshalb nenne ich Ihnen hier auch die Schwächen offen – ein Futter, das man verkauft, ohne seine Grenzen zu benennen, hilft am Ende niemandem. Wenn PETfit zu einem Hund nicht passt, sage ich das. Und manchmal ist die ehrlichste Empfehlung, einen Halter an einen Kollegen weiterzuleiten, statt PETfit zu verkaufen.

KriteriumMeine Einordnung
Deklarationoffen – Fleischanteil mit Prozentwert und aufgeschlüsselten Tierteilen (z. B. Rindermenü: 68 % aus Rindfleisch, Lunge, Euter, Pansen, Nieren, Leber, Herz, jeweils beziffert)
Verarbeitungschonend gegartes Frischfutter aus eigener Manufaktur; Wasserzugabe von 20–28 % wie bei einem Kochvorgang (taucht rechtlich korrekt nicht in der Zutatenliste auf)
Preisniveaugehoben – oberes Preissegment; auf Bewertungsportalen schneidet gerade das Preis-Leistungs-Verhältnis merklich schwächer ab als Qualität und Verträglichkeit
Passt gut fürHunde, die stark verarbeitetes Futter schlecht vertragen (stumpfes Fell, weicher Kot); empfindliche Hunde und das Eingrenzen von Unverträglichkeiten über die Monoprotein-Sorten
Eher nicht fürgroße, viel fressende Hunde bei begrenztem Budget; Halter, die spontan im Laden nachkaufen wollen – der Bezug läuft ausschließlich über Berater im Direktvertrieb
KurzfazitTransparent deklariertes Frischfutter mit hohem Fleischanteil, dessen hoher Preis und Bestellmodell sich nur lohnen, wenn beides dauerhaft zum Hund und zum Alltag passt.

Was ist PETfit überhaupt – Hersteller, Herkunft und das Direktvertriebs-Modell

PETfit ist ein deutscher Hersteller von Frischfutter für Hunde und Katzen, produziert in einer eigenen Manufaktur im niedersächsischen Kirchwalsede. Die Zutaten haben nach Herstellerangabe Lebensmittelqualität, der Fokus liegt auf Frische und Regionalität. Anders als die großen Marken läuft der Vertrieb nicht über den Handel, sondern ausschließlich über persönliche Berater – das prägt das gesamte Modell und hat, wie wir gleich sehen, sowohl Vor- als auch Nachteile.

Wichtig zum Verständnis: PETfit ist kein Trockenfutter und kein klassisches Dosen-Nassfutter im industriellen Sinn. Es handelt sich um schonend verarbeitetes Frischfutter. Bei der Herstellung werden rund 20 bis 28 Prozent Wasser zugegeben – vergleichbar mit einem Kochvorgang. Dieses Wasser taucht in der Zutatenliste bewusst nicht auf, weil es rechtlich kein Einzelfuttermittel ist. Das ist keine Trickserei, sondern korrekt – man sollte es nur wissen, wenn man die Deklaration liest.

Das Sortiment umfasst mehrere Menüs, die sich deutlich voneinander unterscheiden: vom klassischen Rindermenü über sensible Monoprotein-Sorten bis zu einem Bio-zertifizierten Menü und einer eigenen Welpenlinie. Genau diese Spannweite ist der Grund, warum eine pauschale Bewertung „ist PETfit gut?“ wenig taugt. Die ehrlichere Frage lautet: Welches PETfit-Menü passt zu welchem Hund?

Was PETfit deklarationsseitig stark macht

Fangen wir mit der echten Stärke an, denn die ist real. Wer das PETfit Rindermenü anschaut, findet eine Zutatenliste, die viele Hersteller in dieser Klarheit nicht liefern: 68 Prozent Fleischanteil, aufgeschlüsselt nach Rindfleisch, Lunge, Euter, Pansen, Nieren, Leber und Herz – jeweils mit Prozentangabe und klar benannt.

Das klingt unspektakulär, ist aber der entscheidende Punkt. Auf vielen Verpackungen anderer Marken steht „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse“ – ein Sammelbegriff, hinter dem Muskelfleisch stecken kann, aber genauso Federn, Schnäbel oder Krallen, die rechtlich ebenfalls als „Protein“ durchgehen. Bei PETfit ist dagegen konkret benannt, welche Tierteile im Futter sind. Diese Transparenz (Fachbegriff: Deklaration) ist für Hundehalter mit empfindlichen oder allergiegefährdeten Hunden mehr wert als jedes Werbeversprechen, weil sie Auslöser von Beschwerden überhaupt erst nachvollziehbar macht.

Der Fleischanteil liegt über das Sortiment hinweg hoch – je nach Menü zwischen 64 und 71 Prozent. Das Powermenü erreicht mit 71 Prozent den höchsten Wert. Damit spielt PETfit klar über dem Niveau von Supermarkt-Nassfutter und deutlich über dem typischen Trockenfutter-Fleischanteil von 25 bis 35 Prozent.

Die Sortenstruktur verstehen – warum man PETfit nicht pauschal bewerten kann

Das ist der Punkt, an dem die meisten Erfahrungsberichte zu kurz greifen. Sie urteilen über „PETfit“, meinen aber eigentlich eine einzelne Sorte. Die Menüs unterscheiden sich in genau den Eigenschaften, die für die Eignung entscheidend sind:

MenüHauptproteinMonoproteinFleischanteilGetreidefreiWelpen
RindermenüRindja68 %ja
VitalmenüHuhnja67 %ja
PowermenüRind, Huhn, Wild, Lammnein71 %ja
BiomenüRind (Bio)ja64 %enthält glutenfreie Reis-Nudeln
WelpenmenüHuhn, Rindnein65 %jaja

Monoprotein bedeutet, dass nur eine einzige tierische Proteinquelle enthalten ist – wichtig, wenn man bei Verdacht auf eine Unverträglichkeit gezielt ausschließen will, was der Hund verträgt. Beim Rindermenü, Vitalmenü und Biomenü ist das der Fall. Power-, Enten- und Spezialmenü kombinieren dagegen mehrere Proteinquellen, was für die meisten gesunden Hunde völlig in Ordnung, bei einer Ausschlussdiät aber eher hinderlich ist.

Auch beim Thema Getreide lohnt der genaue Blick: Die meisten Sorten sind getreidefrei, einzelne enthalten aber Getreide (das Spezialmenü mit Haferflocken) oder glutenfreie Reis-Nudeln (Biomenü). Wer strikt getreidefrei füttern möchte, muss also die passende Sorte wählen, statt pauschal „PETfit“ zu kaufen.

Vorteile von PETfit – was die Marke gut macht

Mehrere Punkte sprechen für PETfit, und sie sind keine Marketing-Behauptungen, sondern lassen sich an den Daten und an der Praxis festmachen.

Der hohe, klar deklarierte Fleischanteil ist der offensichtlichste Vorteil. In Kombination mit der genauen Benennung der tierischen Bestandteile entsteht eine Transparenz, die in dieser Form nicht selbstverständlich ist.

Hinzu kommt die Verträglichkeit, die in Erfahrungsberichten immer wieder auftaucht. Vor allem bei der Umstellung von stark verarbeitetem Futter auf Frischfutter berichten viele Halter von festerem Kot, besserem Fell und mehr Aktivität. Das Vitalmenü mit Huhn als einziger Proteinquelle hat sich dabei als verlässliche Sorte für empfindliche Hunde und für die Futterumstellung etabliert.

Die Sortenvielfalt ist ein praktischer Pluspunkt. PETfit empfiehlt ausdrücklich, mindestens drei Menüs im Wechsel zu füttern – das sorgt für Abwechslung und ein breiteres Nährstoffspektrum, ohne ständig die Marke wechseln zu müssen. Für sensible Hunde gibt es Monoprotein-Optionen, für Welpen eine eigene Linie mit höherem Calciumgehalt und feinerer Struktur, und wer Wert auf zertifizierte Bio-Qualität legt, findet mit dem Biomenü (DE-ÖKO-006) eine Option, die nur wenige Frischfutter-Hersteller bieten.

Und schließlich die Verarbeitung: Schonend gegartes Frischfutter ist für viele Hunde gut verdaulich und kommt der natürlichen Fütterung näher als Trockenfutter, ohne den hohen Aufwand und das Hygienerisiko von selbst zusammengestelltem BARF. Mehr zu den grundsätzlichen Unterschieden der Futterarten finden Sie auf unserer Seite zu den verschiedenen Hundefutter Arten.

Nachteile und Grenzen von PETfit – wo Vorsicht angebracht ist

So weit die Stärken. Jetzt zu den Punkten, die in den glühenden Berater-Berichten meist fehlen.

Der Preis ist der deutlichste. Frischfutter dieser Qualität liegt im oberen Preissegment – spürbar teurer als Supermarkt-Nassfutter und in einer ganz anderen Liga als Discounter-Trockenfutter. Auf Bewertungsportalen schneidet PETfit bei Qualität und Verträglichkeit sehr gut ab, beim Preis-Leistungs-Verhältnis dagegen merklich schwächer. Das ist keine Abwertung des Futters, sondern eine ehrliche Erwartung: Wer einen großen, viel fressenden Hund hat, sollte die monatlichen Kosten vorher realistisch durchrechnen.

Das Direktvertriebs-Modell hat zwei Seiten. Der Vorteil ist die persönliche Beratung. Der Nachteil: Sie können PETfit nicht spontan im Laden nachkaufen, sondern sind auf Bestellung und Lieferung angewiesen. Wer gern flexibel und kurzfristig einkauft, empfindet das als Hürde.

Auch das Handling will bedacht sein. Als Frischfutter müssen angebrochene Dosen kühl gelagert und innerhalb von zwei Tagen aufgebraucht werden, und das Futter sollte bei Raumtemperatur serviert werden. Dazu kommt ein Punkt, der in echten Erfahrungsberichten häufig auftaucht: Bei der Umstellung von Trockenfutter auf Frischfutter kommt es in den ersten Tagen nicht selten zu weicherem Kot oder Durchfall. Das ist meist kein Problem des Futters, sondern eine normale Umgewöhnung – aber man sollte es wissen und die Umstellung langsam angehen, statt nach drei Tagen entnervt aufzugeben.

Ein letzter, ehrlicher Punkt: Nicht jedes Menü ist Monoprotein, und nicht jede Sorte ist für Welpen freigegeben. Wer wegen eines Allergieverdachts gezielt eine einzelne Proteinquelle braucht oder einen Welpen füttert, muss bewusst die passende Sorte wählen. Das pauschale „PETfit ist gut für alles“ stimmt so nicht.

Für welche Hunde PETfit gut geeignet sein kann

Statt einer pauschalen Empfehlung ist eine klare Wenn-dann-Logik hilfreicher.

Wenn Ihr Hund stark verarbeitetes Futter bisher nur mäßig verträgt – stumpfes Fell, weicher Kot, wenig Energie – kann der Wechsel auf ein Frischfutter mit hohem Fleischanteil eine spürbare Verbesserung bringen. Das ist die Konstellation, in der PETfit in der Praxis am häufigsten überzeugt.

Wenn Ihr Hund empfindlich auf Futterwechsel reagiert oder Sie einen Verdacht auf eine Unverträglichkeit eingrenzen wollen, sind die Monoprotein-Sorten die naheliegende Wahl: das Vitalmenü mit Huhn oder das Rindermenü mit Rind. Wichtig dabei: Ein echter Allergieverdacht gehört zuerst in die Hände eines Tierarztes. Eine Ausschlussdiät auf eigene Faust kann mehr verwirren als klären.

Wenn Sie Wert auf nachvollziehbare Zusammensetzung legen und bereit sind, für klar deklariertes Futter mehr zu zahlen, passt PETfit gut zu diesem Anspruch. Und wenn Sie einen Welpen haben, bietet das Welpenmenü mit höherem Calciumgehalt (Calcium-Phosphor-Verhältnis 1,5:1 statt 1,2:1 bei den Adult-Menüs) eine speziell darauf abgestimmte Option.

Wann PETfit eher nicht die beste Wahl ist

Es gibt Situationen, in denen ich von PETfit eher abrate oder zumindest zur Zurückhaltung rate.

Wenn das Budget begrenzt ist und ein großer Hund versorgt werden muss, kann Frischfutter dieser Preisklasse schlicht den finanziellen Rahmen sprengen. Dann ist ein solides Futter, das dauerhaft bezahlbar bleibt, die ehrlichere Wahl als ein Premium-Produkt, das man nach zwei Monaten wieder absetzt.

Wenn Ihr Hund sein aktuelles Futter gut verträgt, normales Fell, festen Kot und keine erkennbaren Probleme hat, gibt es selten einen zwingenden Grund zu wechseln. Der Druck, ständig auf ein „besseres“ Futter umzustellen, ist in vielen Fällen überschätzt.

Wenn Sie unbedingt flexibel und spontan im Laden einkaufen möchten, passt das Bestell- und Direktvertriebsmodell von PETfit nicht zu Ihrem Alltag – unabhängig von der Futterqualität.

Und wenn ein konkreter Allergieverdacht mit unbekanntem Auslöser im Raum steht, sollten Sie nicht zu einem Mehrprotein-Menü greifen, nur weil es gerade verfügbar ist. Hier führt der Weg über eine einzelne Proteinquelle – und über den Tierarzt.

Welches PETfit-Menü passt zu Ihrem Hund?

Wer sich grundsätzlich für PETfit interessiert, steht am Ende vor genau dieser Frage. Eine grobe Orientierung:

Für die erste Umstellung und für empfindliche Hunde ist das Vitalmenü mit Huhn eine bewährte, leicht verdauliche Einstiegssorte. Wer eine zweite Monoprotein-Quelle zum Wechseln sucht, ergänzt das Rindermenü.

Für aktive, gut fressende Hunde ohne bekannte Unverträglichkeiten ist das Powermenü mit dem höchsten Fleischanteil und vier Proteinquellen interessant – allerdings eben nichts für eine Ausschlussdiät.

Wer Bio-Qualität möchte, greift zum Biomenü; wer einen Welpen versorgt, zum Welpenmenü. In allen Fällen gilt die Herstellerempfehlung, mehrere Menüs im Wechsel zu füttern, statt dauerhaft bei einer einzigen Sorte zu bleiben.

Häufige Fragen zu PETfit Hundefutter

Ist PETfit getreidefrei? Das hängt von der Sorte ab. Die meisten Menüs (z. B. Rinder-, Power- und Welpenmenü) sind getreidefrei. Das Spezialmenü enthält Haferflocken, das Biomenü glutenfreie Reis-Nudeln. Wer strikt getreidefrei füttern will, sollte gezielt die passende Sorte wählen.

Kann ich PETfit für Welpen verwenden? Dafür gibt es ein eigenes Welpenmenü mit höherem Calciumgehalt und feinerer Struktur. Auch das Vitalmenü und das Entenmenü sind für Welpen geeignet. Bei den übrigen Sorten ist das nicht automatisch der Fall – im Zweifel vorher prüfen.

Eignet sich PETfit bei Allergien oder Unverträglichkeiten? Die Monoprotein-Sorten (Vitalmenü Huhn, Rindermenü Rind, Biomenü Rind) sind hier sinnvoller als Menüs mit mehreren Proteinquellen, weil sie das Eingrenzen erleichtern. Ein echter Allergieverdacht gehört allerdings zuerst zum Tierarzt, bevor man auf eigene Faust umstellt.

Warum steht Wasser nicht in der Zutatenliste? Bei der schonenden Verarbeitung wird Wasser zugegeben, ähnlich einem Kochvorgang. Wasser gilt rechtlich nicht als Einzelfuttermittel und darf daher nicht als Zutat aufgeführt werden. Das ist korrekt und kein Mangel der Deklaration.

Wie lange ist eine angebrochene Dose haltbar? Angebrochene Dosen sollten kühl gelagert und innerhalb von zwei Tagen aufgebraucht werden. Das Futter wird am besten bei Raumtemperatur serviert.

Mein Hund hat nach der Umstellung Durchfall – ist das normal? In den ersten Tagen nach dem Wechsel von Trockenfutter auf Frischfutter kommt das häufig vor und legt sich meist von selbst. Eine langsame, schrittweise Umstellung über mehrere Tage hilft. Halten die Beschwerden an, sollten Sie einen Tierarzt hinzuziehen.

Passt PETfit zu Ihrem Hund? Eine Einordnung zum Schluss

PETfit ist ein hochwertiges Frischfutter mit hohem, klar deklariertem Fleischanteil und einer Transparenz, die viele Hersteller nicht erreichen. Gleichzeitig ist es kein Futter für jeden Hund und jeden Geldbeutel: Der Preis liegt im oberen Bereich, der Bezug läuft ausschließlich über Berater, und die einzelnen Menüs unterscheiden sich so stark, dass die Sortenwahl entscheidender ist als die Marke selbst.

Ob PETfit das richtige Futter für Ihren Hund ist, hängt also weniger davon ab, wie gut die Marke insgesamt bewertet wird, und mehr davon, welche Sorte zu Ihrem konkreten Hund passt – und ob ein Wechsel überhaupt nötig ist. Wenn Ihr Hund sein aktuelles Futter gut verträgt und keine Probleme zeigt, gibt es selten einen Grund umzustellen. Treten dagegen wiederkehrende Verdauungs-, Haut- oder Fellprobleme auf, lohnt der Blick auf Zusammensetzung und Futterart.

Wenn Sie unsicher sind, ob PETfit – oder welches Menü – zu Ihrem Hund passt, schaue ich mir das gerne mit Ihnen an. In einer kostenlosen Futterberatung klären wir gemeinsam, was Ihr Hund konkret braucht. Und wenn ein anderes Futter besser passt als PETfit, sage ich Ihnen das ebenso offen.

Nach oben scrollen